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Restaurant Gestaltung Carls Bad Ems

Projekttyp
Hospitality
Location
Bad Ems
Bauherr
Löwenstein Familienstiftung
Baujahr
2026
Größe
ca. 350qm inkl. Theatersaal (+ Terrasse 165qm)
Begleitete LPH
LPH: 2-3 + 5-8
Leistung
Gestaltung und Umbau
Fotograf
Lars Gruber

Mit dem "carls" öffnet im historischen Badhaus im Kurpark von Bad Ems ein Restaurant, das Architektur, Innenarchitektur und kulinarisches Konzept in eine stimmige Gesamtkomposition übersetzt.

Das denkmalgeschützte Gebäude wurde behutsam modernisiert und verbindet heute seine historische Substanz mit einem klaren, eleganten Design, das die Geschichte der einstigen Nutzung versteckt im Raum aufgreift.

Unser gestalterischer Anspruch, bewusst mit dem historischen Gebäude umzugehen, neue und alte Oberflächen und Materialitäten zu verbinden, ist in der Eingangshalle bereits spürbar und zieht sich weiter in das eigentliche Restaurant bis in den Theatersaal.

Der Übergang vom neuen zukünftigen Hotel-Foyer in den Restaurantbereich, wird durch einen inszenierten Flur begleitet, dessen Deckengestaltung die Bestandsarchitektur betont und den Gast subtil in das Restaurant leitet.

Im Gastraum selbst entsteht eine Abfolge aus offenen und geschützten Bereichen:​

organisch geformte Sitzinseln in Schulterhöhe ermöglichen eine Zonierung des kleinen Gastraums und grenzen diesen zum Laufweg ab. Zusätzlich schaffen Vorhänge eine angenehme Privatheit in den kleinen Alcoven. Noch privater wird es in den ehemaligen Badekabinen die nun als Gäste-Separee mit ovalen Polsternischen im übertragenen Sinne an die frühere Nutzung erinnern sollen.

Ein besonderer Akzent im Hauptgastraum entsteht durch die Gegenüberstellung von Bar und einer markanten Highlightwand mit Weinregal und kleinem Trinkbrunnen – ebenfalls eine subtile Referenz an die Geschichte des Badehauses und seine ursprüngliche Nutzung. Die zwei Elemente verbindet eine hochwertige Materialität mit handwerklichem Geschick und bilden dabei einen klaren, räumlichen Abschluss des Gastraumes auf beiden Seiten.

Die Material- und Farbwelt folgt einer klaren, reduzierten Haltung.

Eine helle, nahezu farblose Basis lässt die Architektur wirken und stellt das freigelegte Mauerwerk als ehrliches, historisches Element in den Mittelpunkt. Der helle Naturstein (Travertin) greift die Typologie des Badehauses auf und wird in Einzelbereichen durch Fliesen ergänzt, welche diese Assoziation weiterführen. Nussbaum bildet das prägende Holz der Möblierung und gibt dem Raum Kontrast zu den hellen Boden- und Wandflächen. Ein champagnerfarbener Goldton, zieht sich als feiner Akzent durch das gesamte Projekt – beginnend in der Fassade des Foyers bis hinein in den Restaurantbereich und verleiht dem Raum eine elegante, unaufdringliche Wertigkeit die ebenfalls durch eine akzentuierte Beleuchtung unterstützt wird.

Das architektonische Konzept des "carls" versteht sich als Balance zwischen Geschichte und Gegenwart, zwischen Offenheit und Rückzug, zwischen Klarheit und Atmosphäre. Diese Haltung spiegelt sich auch im kulinarischen Ansatz wider:​ Unter der Leitung von Küchenchef Yusef Ghanem-Chaib entsteht eine Küche, die moderne deutsche und französische Einflüsse mit mediterranen Nuancen verbindet – präzise, reduziert und zugleich für jedermann zugänglich im Sinne eines „Casual Fine Dining“.

Mit der Wiedereröffnung des Badhauses wird ein Ort geschaffen, der weit über die reine Gastronomie hinausgeht. Das "carls " ist ein räumliches und inhaltliches Gesamtkonzept – ein Treffpunkt, der historische Identität bewahrt, neu interpretiert und in eine zeitgemäße Form übersetzt.

Ein Ort zum Ankommen, Verweilen und Erleben im Herzen von Bad Ems.

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Prozess

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